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Grundlagen & Technik Redaktion gps-tracker-ratgeber.de · Stand

Geschwindigkeitsmessung per GPS-Tracker: Technik und Grenzen

Inhalt 6 Abschnitte

Ein GPS-Tracker zeigt Ihnen die Geschwindigkeit nicht direkt an, er berechnet sie aus Satellitensignalen. Auf freier Strecke liegt der Wert meist nah an der tatsächlichen Geschwindigkeit. In Städten, Tunneln und bei langen Meldeintervallen kann er deutlich abweichen. Dieser Text erklärt, wie die Messung funktioniert, was sie verfälscht und wie Sie die Anzeige Ihres Geräts prüfen. Das Portal testet keine Geräte.

So entsteht der Geschwindigkeitswert

Der Empfänger im Tracker wertet die Signale mehrerer Navigationssatelliten aus (GNSS: GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou). Daraus ergeben sich zwei Wege zur Geschwindigkeit:

  • Aus der Frequenzverschiebung: Bewegt sich der Empfänger, verschiebt sich die Frequenz der Satellitensignale (Doppler-Effekt). Viele Empfänger berechnen daraus die Geschwindigkeit direkt.
  • Aus der Wegstrecke: Das Gerät vergleicht zwei Positionen und teilt die Entfernung durch die vergangene Zeit. Das ergibt einen Durchschnittswert für diesen Abschnitt.

Welchen Weg ein Gerät nutzt, steht im Datenblatt, wenn der Hersteller es nennt. Die Unterschiede zwischen beiden Verfahren zeigen sich vor allem bei Beschleunigung, Bremsen und Kurven.

Was die Messung stört

  • Zu wenige Satelliten: Je weniger Satelliten das Gerät sieht, desto größer die Abweichung. Das passiert in Straßenschluchten, unter Bäumen oder Brücken und in Tiefgaragen.
  • Reflexionen: Hochhäuser und Wände werfen Signale zurück. Das Gerät rechnet mit einem längeren Weg als dem direkten und verschiebt die Position. Die Geschwindigkeit springt dann kurz.
  • Einbauort: Ein Tracker unter Metall, hinter einer beschichteten Scheibe oder tief im Fahrzeug empfängt schlechter als einer nahe der Windschutzscheibe.
  • Stillstand: Steht das Fahrzeug, wandert die gemessene Position oft leicht. Manche Geräte zeigen dann eine kleine Geschwindigkeit an, obwohl das Fahrzeug steht.

Mehr zu Messfehlern steht im Beitrag Häufige Gründe für ungenaue GPS-Tracker. Wie genau Ortung überhaupt sein kann, erklärt GPS-Tracker: Wie präzise ist die Ortung.

Meldeintervall und Aktualisierungsrate

Zwischen der Messung im Gerät und der Anzeige in der App liegt das Meldeintervall. Sendet ein Tracker die Position nur alle paar Minuten, sehen Sie in der App keine kurzen Spitzen. Sie sehen höchstens einen Mittelwert oder den Wert der letzten Meldung. Kurze Intervalle liefern genauere Verläufe, verbrauchen aber mehr Akku und Datenvolumen. Das Zusammenspiel erläutert der Beitrag Positionsgenauigkeit und Aktualisierung.

Anzeige prüfen

  1. Fahren Sie eine freie Strecke mit konstanter Geschwindigkeit, etwa eine gerade Landstraße ohne Bäume und hohe Gebäude.
  2. Vergleichen Sie die Tracker-Anzeige mit einem Navigationsgerät oder Smartphone. Der Fahrzeugtacho eignet sich nur eingeschränkt, denn er zeigt häufig etwas mehr an als die tatsächliche Geschwindigkeit.
  3. Wiederholen Sie die Fahrt in der Stadt und notieren Sie, wo Werte springen.
  4. Vergleichen Sie bei kurzen Meldeintervallen den Durchschnitt über mehrere Minuten.

Ein Tracker ist kein geeichtes Messgerät. Verwenden Sie die Werte für Auswertung und Alarme, nicht als Nachweis in Verfahren.

Geschwindigkeitsdaten nutzen

Die Software vieler Mobilfunk-Tracker bietet einen Geschwindigkeitsalarm: Die App meldet, wenn eine Schwelle überschritten wird. Zusammen mit einem Bereichsalarm (Geofencing) lässt sich ein Fahrzeug überwachen, das Sie selbst nutzen oder verleihen. Manche Systeme zeichnen Fahrten auf und erzeugen daraus ein elektronisches Fahrtenbuch. Ob ein solches Fahrtenbuch Anforderungen etwa des Finanzamts erfüllt, ist eine Frage, die Sie mit einer Steuerberatung klären.

Standortdaten und Geschwindigkeiten einer fahrenden Person sind nach Art. 4 Nr. 1 DSGVO personenbezogen, wenn sie der Person zugeordnet werden können. Im Betrieb bestimmt der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei technischen Einrichtungen zur Überwachung von Verhalten oder Leistung mit, soweit er vorhanden ist. Informieren Sie Fahrerinnen und Fahrer vorab; heimliche Auswertung kommt nicht in Frage. Das ersetzt keine Rechtsberatung. Mehr unter GPS-Tracker und Datenschutz.

FAQ zur Geschwindigkeitsmessung per GPS

Wie misst ein GPS-Tracker die Geschwindigkeit?

Er wertet Satellitensignale aus. Die Geschwindigkeit ergibt sich aus der Frequenzverschiebung der Signale oder aus der Entfernung zwischen zwei Positionen geteilt durch die Zeit.

Warum zeigt der Tracker eine andere Geschwindigkeit als der Tacho?

Tachos zeigen häufig etwas mehr an als die tatsächliche Geschwindigkeit. Dazu kommen Messfehler des Trackers bei schlechtem Empfang und das Meldeintervall.

Kann ich mit einem Tracker einen Geschwindigkeitsalarm einrichten?

Viele Systeme bieten das in der App. Der Alarm kommt nur an, wenn das Gerät Empfang hat und die Meldung zeitnah sendet. Prüfen Sie die Funktion im Datenblatt des Geräts.

Darf ich die Geschwindigkeit von Fahrern auswerten?

Nur mit Information der Betroffenen und, wo vorhanden, mit dem Betriebsrat (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Standortdaten sind personenbezogen (Art. 4 Nr. 1 DSGVO). Das ist keine Rechtsberatung.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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