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Datenschutz & Recht Redaktion gps-tracker-ratgeber.de · Stand

GPS-Tracker und Recht: Datenschutz, Einwilligung, Verbote

Inhalt 9 Abschnitte

Wer einen GPS-Tracker einsetzt, berührt schnell das Recht: bei Standortdaten, bei der Ortung von Menschen und bei der Frage, welche Geräte überhaupt in Verkehr sein dürfen. Diese Seite fasst die wichtigsten Regeln zusammen, die das Portal belegen kann, jeweils mit Normbezeichnung. Sie bewertet keinen Einzelfall und ersetzt keine Rechtsberatung. Holen Sie im Einzelfall fachkundigen Rat ein.

Standortdaten sind Personendaten

Standortdaten gelten als personenbezogene Daten, wenn sie einer Person zugeordnet werden können (Art. 4 Nr. 1 DSGVO). Das ist etwa der Fall, wenn ein Tracker am Kind, am Familienmitglied oder in einem Fahrzeug steckt, das eine bestimmte Person fährt. Wer solche Daten verarbeitet, braucht eine Rechtsgrundlage, zum Beispiel eine Einwilligung, einen Vertrag oder ein berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 DSGVO).

Die DSGVO gilt nicht, wenn eine natürliche Person Daten ausschließlich für persönliche oder familiäre Tätigkeiten verarbeitet (Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO). Diese Ausnahme sagt nichts darüber, ob die Ortung einer anderen Person erlaubt ist. Die Hinweise des Portals zum Thema finden Sie unter GPS-Tracker und Datenschutz.

Einwilligung als Rechtsgrundlage

Eine Einwilligung muss freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und unmissverständlich sein (Art. 4 Nr. 11 DSGVO). Sie muss nachweisbar sein und lässt sich jederzeit widerrufen (Art. 7 Abs. 1 und 3 DSGVO). Praktisch heißt das: Die betroffene Person weiß, dass sie geortet wird, wozu, durch wen und wie lange. Sie kann Nein sagen und ihre Zusage zurücknehmen.

Beschäftigte und Dienstfahrzeuge

Wer Fahrzeuge oder Geräte von Beschäftigten ortet, überwacht damit häufig zugleich Menschen. Hier gelten zwei Regeln:

  • Der Betriebsrat bestimmt mit bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
  • Bei der Einwilligung von Beschäftigten ist die Abhängigkeit im Beschäftigungsverhältnis zu berücksichtigen, wenn es um die Freiwilligkeit geht (§ 26 Abs. 2 Satz 1 BDSG).

Informieren Sie Beschäftigte deshalb vorab, beteiligen Sie den Betriebsrat, wo einer besteht, und holen Sie rechtlichen Rat ein. Eine verdeckte Ortung von Beschäftigten ist kein Thema für dieses Portal.

Dazu kommt ein Grundsatz aus der Rechtsprechung. Wer nicht allgemein zugängliche personenbezogene Daten unberechtigt gegen Entgelt oder in Bereicherungs- oder Schädigungsabsicht verarbeitet, kann sich strafbar machen (§ 42 Abs. 2 und 3 BDSG, Antragsdelikt). Der Bundesgerichtshof hat 2013 zu GPS-Empfängern an Fahrzeugen überwachter Personen entschieden, dass eine Befugnis zum Erstellen von Bewegungsprofilen nur in engen Ausnahmefällen besteht (BGH, Urteil vom 04.06.2013, 1 StR 32/13, zum früheren BDSG).

Kinder: Ortung mit Augenmaß

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz rät Eltern, kritisch zu prüfen, ob Bewegungsverlauf und Live-Ortung nötig sind, weil sie tief in die Privatsphäre des Kindes eingreifen. Das ist ein Verbraucherhinweis und keine Norm. Besprechen Sie mit dem Kind, was das Gerät tut und warum. Weitere Hinweise bietet die Seite GPS-Tracker für Personen und Kinder.

Geräte mit Abhör- oder Kamerafunktion

Das Telekommunikationsrecht verbietet Besitz, Herstellung, Bereitstellung auf dem Markt und Einfuhr von Telekommunikationsanlagen, die als anderer Gegenstand getarnt und zum unbemerkten Abhören oder Bildaufnehmen geeignet und bestimmt sind (§ 8 Abs. 1 und 2 TDDDG).

Nach Angabe der Bundesnetzagentur sind GPS-Tracker in Deutschland verboten, wenn sie eine aus der Ferne aktivierbare Abhörfunktion oder ein Mikrofon haben, mit dem sich die Umgebung unbemerkt abhören lässt. Kinderuhren mit Abhörfunktion stuft sie als verbotene Telekommunikationsanlagen nach § 8 Abs. 1 TDDDG ein. Die Ortungsfunktion nennt sie unter den zulässigen Funktionen. Dieses Portal empfiehlt keine Geräte mit solchen Funktionen.

Strafrechtlich macht sich zudem strafbar, wer unbefugt das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen aufnimmt oder mit einem Abhörgerät abhört (§ 201 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 StGB).

Störsender

Betrieb und Vertrieb von Störsendern sind nach Angabe der Bundesnetzagentur in Europa nicht zulässig. Sie stören Kommunikationsdienste wie Mobilfunk oder GPS-Navigation und können Notrufe verhindern. Das Portal nennt keine Bezugswege. Mehr dazu in GPS-Jammer und Störsender.

Wenn Sie einen fremden Tracker finden

Smartphones warnen vor unbekannten Bluetooth-Findern in der Nähe. Wie Sie ein Gerät aufspüren, beschreibt der Beitrag versteckte Tracker finden. Fotografieren Sie den Fund, lassen Sie ihn möglichst unverändert und wenden Sie sich an die Polizei. Eine Bewertung Ihres Falls kann das Portal nicht leisten.

Wo die Grenzen dieser Seite liegen

Die Seite nennt nur Normen, deren Wortlaut das Portal am 09.10.2026 gegen die Primärquellen geprüft hat. Landesrecht, Recht außerhalb Deutschlands und viele Einzelfragen sind nicht erfasst. Gesetze ändern sich. Prüfen Sie die aktuelle Fassung, und lassen Sie sich im Zweifel beraten, zum Beispiel von einer Rechtsanwältin, einem Rechtsanwalt oder der zuständigen Datenschutzaufsicht.

Häufige Fragen zu GPS-Trackern und Recht

Sind Standortdaten personenbezogene Daten?

Ja, wenn sie einer Person zugeordnet werden können (Art. 4 Nr. 1 DSGVO). Für ihre Verarbeitung braucht es dann eine Rechtsgrundlage, etwa eine Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 DSGVO).

Wann ist eine Einwilligung zur Ortung wirksam?

Sie muss freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und unmissverständlich sein, sich nachweisen lassen und jederzeit widerrufbar sein (Art. 4 Nr. 11, Art. 7 Abs. 1 und 3 DSGVO). Bei Beschäftigten ist die Abhängigkeit im Arbeitsverhältnis zu berücksichtigen (§ 26 Abs. 2 Satz 1 BDSG).

Muss der Betriebsrat bei Trackern an Dienstfahrzeugen mitbestimmen?

Der Betriebsrat bestimmt mit bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Ob das auf Ihren Fall zutrifft, klären Sie mit fachkundiger Beratung.

Gibt es verbotene GPS-Tracker?

Nach Angabe der Bundesnetzagentur sind GPS-Tracker verboten, wenn sie eine aus der Ferne aktivierbare Abhörfunktion oder ein Mikrofon haben, mit dem sich die Umgebung unbemerkt abhören lässt. Auch als anderer Gegenstand getarnte Anlagen zum unbemerkten Abhören oder Bildaufnehmen sind erfasst (§ 8 Abs. 1 und 2 TDDDG).

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Nein. Die Seite fasst typisierte Aussagen zusammen und bewertet keinen Einzelfall. Holen Sie im Einzelfall fachkundigen Rat ein.

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